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Appendizitis

B. Frye
Zentrum für Chirurgie
AKH Hagen

 

Ein 36 jähriger Patient stellte sich mit seit drei Tagen bestehenden rechtsseitigen Unterbauchschmerzen in unserer Abteilung vor. Übelkeit und Erbrechen wurden verneint, keine Diarrhoe. In der klinischen Untersuchung zeigte sich der Bauch weich, deutlicher Druckschmerz im rechten Unterbauch, keine Abwehrspannung, Rovsing positiv, Blumberg positiv, deutlicher Psoas-Dehnungsschmerz. Temperatur axillär 38,1°, rectal 38,9°C.

Laborchemisch deutlich erhöhte Entzündungsparameter (Leukozyten 15.800, CRP 240 mg/l).

In der sonographischen Untersuchung des Abdomens ergaben sich keine Auffälligkeiten.

Bei Aufnahme berichtet der Patient, dass bei ihm seit 1993 der Verdacht auf eine Colitus ulcerosa bestehe. Bei nun fraglichem akutem Schub einer Colitus ulcerosa, DD akuten Appendizitis, erfolgte zunächst die Durchführung eines CT Abdomen/Becken. Hier zeigten sich deutlich ödematöse Wandveränderungen der retrocolisch nach ventral verlaufenden Appendix mit entlang der Appendixwandung erkennbaren Luftansammlungen, welches am ehesten einer gangränösen Appendizitis mit Perforation der Wandung entsprach.

Aufgrund des klinischen und CT-morphologischen Befundes erfolgte am gleichen Tage eine Laparotomie, Abdominallavage und Appendektomie. Intraoperativ zeigte sich retrocoecal eine ausgedehnte Abszesshöhle. Im Bereich der paracolischen Rinne zeigten sich deutliche Fibrinablagerungen mit z. T. partiellen Peritonealnekrosen mit Ausdruck einer Peritonitis. Die Appendix zeigt sich bis auf die Basis komplett gangränös und in Teilen perforiert, konnte aber noch problemlos basisnah abgesetzt werden. Aufgrund der Peritonitis erfolgte eine ausgiebige Abdominallavage.

Der postoperative Verlauf gestaltete sich unauffällig. Unter einer bereits präoperativ eingeleiteten antibiotischen Therapie mit Ceftriaxon und Metronidazol zeigten sich die Entzündungsparameter deutlich rückläufig.